Weinlese 2015 - Umfrage Teil 2

24.09.2015 - Die wein-abc-Umfrage.

... und weiter geht es mit noch mehr Momentaufnahmen und Statements zu aktuellen Stand der Dinge!

"Es sieht zu Zeit gut aus!", so die kurze Zwischenbilanz aus dem Pfälzer Weingut Hirschhorner Hof. Wie Inhaber Frank John berichtet, geht die Ernte hier in Neustadt bereits dem Ende zu, Pinot Noir und die Sektgrundweine aus Riesling und Pinot Noir sind bereits gelesen und gären schon. Jetzt hängt nur noch der Riesling, und der hat, so John, "sehr gutes Potential". Man darf also mal wieder gespannt sein!

Bestens sieht es wohl, wie auch bereits berichtet, am Bodensee aus. "So schöne Trauben wie dieses Jahr bekommt man nur alle fünf bis zehn Jahre zu sehen. Vielleicht will uns die Natur etwas mit dem schwierigen letzten Jahr versöhnen, " freut sich Dr. Jürgen Dietrich, Weingutsdirektor im badischen Staatsweingut Meersburg. Schon jetzt ist er sehr gespannt auf die Weine, "die wir aus diesen tollen Trauben bereiten dürfen." Eines steht jedenfalls schon jetzt fest: dank hoher Mostgewichte und moderater Säurewerte dürfte der 2015er zumindest in der Bodenseeregion ein "qualitativ hochwertiger, magenfreundlicher Wein", so Dietrich, werden.

Ebenfalls aus Baden meldet sich Ernst Nickel, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Wolfenweier zu Wort. "Klein, aber fein", lautet seine Einschätzung zum 2015er, der er als außergewöhnlichen Jahrgang bewertet. Die Trauben (allen voran die Burgundersorten) präsentieren sich in Topqualität, allerdings sind die Erträge deutlich geringer als erwartet. "Die fast 8-wöchige Hitze- und Trockenperiode hat ihre Spuren hinterlassen", so Nickel.

Wenngleich die Qualität auch in Rheinhessen durchaus vielversprechend ist: ganz so enthusiastisch möchte Tobias Mohr vom Wilmshof sich nicht geben. "Leider hat rechtzeitig zum Lesebeginn der Regen, den wir davor dringend gebraucht hätten eingesetzt und macht die Erwartungshaltung schwer. Die gigantischen Mostgewichte, die manche erwarten (und berichten) sind schwer zu glauben, da erstens die Regenfälle der vergangenen Tage vieles "verwässern" und die extreme Trockenheit andererseits die Mostgewichte ab einem gewissen Zeitpunkt hat stagnieren lassen. Dennoch rechnen wir nach den ersten Erfahrungen mit einer sowohl qualitativ als auch mengenmässig guten bis überdurchschnittlichen Ernte." Dennoch ist Mohr mit den ersten Resultaten durchaus zufrieden: "wir sind jetzt seit einer Woche voll dabei; zuerst Frühburgunder, etwa 5000 Liter/ha mit stolzen 97°Oe, die jetzt auf der Maische gären. Die Müller Thurgau waren mit etwa 9000 Liter/ha und 85°Oe auch zufrieden stellend."

Auch an der Mosel gibt es, wie bereits berichtet, keinen Grund zu überschwänglichem Jubel. Franz Dahm vom Weingut Dahm in Bernkastel berichtet, dass die Vorfreude auf einen guten Jahrgang durch einige Regentage getrübt wurden. "Die engstehenden Trauben (begannen) zu faulen. Die lockerbeergien, eher originale, wurzelechte Rieslingtrauben sind noch nicht davon betroffen." Allerdings ist laut Dahm die Säure noch sehr hoch und es fehlen ganz klar noch ein paar Sonnentage zu perfekten Reife. Schon jetzt, so Dahm, sind die "Faßweinpreise für 2014er (...) nahezu auf Rekordtief gefallen, weil man sich wohl einen besseren, unkomplizierteren Jahrgang versprochen hatte." Sein Fazit: "Es zeichnet sich wieder ab, daß auch in diesem jahr wieder äußerst selektiv lesen werden muß."

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